Gärtner- und Häckermuseum

Bamberg

Die Dauerausstellung

Das Gärtner- und Häckermuseum hat ein ganz eigenes und unverwechselbares Profil: Untergebracht in einem typischen Bamberger Gärtneranwesen veranschaulicht es in Haus, Hof und Garten die Arbeits- und Lebenswelten der Gärtner und Häcker (Winzer), die als Stadtbürger bis heute ihre weit über Bamberg hinaus bekannten Sonderkulturen ziehen und verkaufen.

Das Museum zeigt die gärtnerspezifischen Aspekte des Wohnens und Wirtschaftens in dem um 1767 erbauten und 1890/95 zum Zweifamilienhaus umgestateten Gärtnerhaus. Im Hofraum mit Mistgrube, Brunnenanteil und Remise wird diese Fokussierung fortgesetzt, die im beispielhaft angelegten Hausgarten mit den wichtigsten Kulturpflanzen ihren lebendigen botanischen Abschluss findet. Die prominentesten Pflanzen, die die Bamberger Gärtner in der frühen Neuzeit europaweit verhandelten, sind das Süßholz, die den Bamberger Spitznamen „Zwiebeltreter“ prägende Küchenzwiebel sowie eine Fülle von Gewürzkräutern unter denen Anis und Majoran bis ins 20. Jahrhundert besondere Rollen spielten.

Die Anwendung der wichtigsten Geräte, die Herkünfte und Produktion der lokalen Gemüsesorten sowie der örtliche Handel auf dem „Grünen Markt“ und die europaweiten Handelsaktivitäten der Bamberger Gärtner werden in der Dokumentationsabteilung sehr lebendig mittels Videostationen vermittelt. In diesem kulturgeschichtlichen Zusammenhang stehen auch die Zunft und die daraus hervorgegangenen, noch heute bestehenden Vereine der Gärtner.

Den Häckern und ihrem von grundlegenden Wandlungen vom Wein- über den Hopfen- zum Obstbau geprägten Handwerk ist ein eigener Raum gewidmet. Der historische Stall und die Remise verweisen auf die bürgerliche Landwirtschaft, die sowohl Gärtner als auch Häcker zum Teil noch heute betreiben.

Gewissermaßen das „Sahnehäubchen“ der Bamberger Gärtnerkultur sind die bis heute lebendigen Bräuche um die beiden Fronleichnamsprozessionen, mittels derer die Gärtner und ihre Bruderschaften mit den zu blumengeschmückten „Bildern“ verwandelten Skulpturen der lokalen Gärtner-Heiligen Magdalena, Sebastian, Josef, Anna und des Fünf-Wunden-Christus’ ihre herausragende Rolle in der Stadtgesellschaft selbstbewusst demonstrieren. Wie in den anderen Abteilungen werden auch hier die musealisierten Exponate durch eigens produzierte Filme zum Leben erweckt. Dadurch können die Besucher die hohe kulturelle und identitätsbewahrende Bedeutung der einzigartigen Sammlung und des Museums für die Bamberger Stadtgesellschaft auf vielfältige Weise erfahren.

Ermöglicht wurde die Umsetzung die Neukonzeption im Rahmen des vom Zentrum Welterbe Bamberg geleiteten Projektes „Urbaner Gartenbau“ durch die dankenswerte finanzielle Unterstützung des Bundes, des Freistaats Bayern, des bayerischen Kulturfonds, der Oberfrankenstiftung und nicht zuletzt durch die Stadt Bamberg.

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Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung