Gärtner- und Häckermuseum

Bamberg

Wirsing, Krippe, Eierringe:
Weihnachtszeit
in der Bamberger Gärtnerei

Die Sonderausstellung des Gärtner- und Häckermuseums dreht sich um den weihnachtlichen Themenkreis und geht der Frage nach, was die Bamberger Gärtner heute sowie in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten in Spätherbst und Winter beschäftigt hat, wenn die Ernte ihrer Gemüsefelder abgeschlossen war und die ersten Kulturen des neuen Jahres noch nicht gepflegt werden mussten.

Der Advent, vor allem die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel bis hin zu Sebastiani am 20. Januar waren und sind für die Erwerbsgärtner eine vergleichsweise ruhige Zeit, die auch der Erholung dient. Die Gartenarbeit ruht weitgehend, bestenfalls verkauft man Wintergemüse wie Kraut, Rüben, „Schdadsinäri“ (Schwarzwurzeln) oder Bamberger Wirsing.

Bräuche zu den Heiligentagen und zum Jahreswechsel haben meist eine sehr lange Tradition. Zugleich wandelte sich das mit Advent, Weihnachten und dem Jahreswechsel verbundene Brauchgeschehen bis heute stetig. Der Brauch eines Weihnachtsbaumes oder -strauches und dessen Schmuck mit Essbarem wie süßem Gebäck, Obst und Nüssen, später auch mit Glas- und Metallschmuck haben ihre Wurzeln im 15. Jahrhundert. Was zunächst in bürgerlichen Kreisen üblich war, wurde im späten 19. Jahrhundert auch von den Gärtnern übernommen und zum Teil bis heute tradiert: von der symbolischen Herbergssuche Mariens über den Wirsing als Zutat zum Festbraten, Krippenaufstellen bis zum geschmücktem Grün. Ende Januar, nach der seit dem 18. Jahrhundert in der Gärtnerei gefeierten Sebastiani-Oktav ab dem Patronatstag am 20. Januar ist auch heute die festreiche Zeit abgeschlossen: Für die Gärtner beginnt wieder der harte Arbeitsalltag, die neue Saison muss vorbereitet und die ersten, noch im Herbst gesäten Kulturen warten bereits auf Ernte und Verkauf.

Diese Ausstellung, eine Gemeinschaftsproduktion von Stadtheimatpflegerin Stephanie Eißing M. A. und Dr. Hubertus Habel, Leiter des Gärtner- und Häckermuseums, vermittelt eine Reihe beispielhafter Aspekte zur Weihnachtszeit in der Gärtnerei. Auf Interviews, auf dem Museumsbestand und auf Leihgaben baut die Auswahl auf, die keinesfalls vollständig ist. Daher werden die Besucher gebeten, dem Museum weitere gärtnereispezifische Gewohnheiten aus Vergangenheit und Gegenwart rund um das Weihnachtsfest mitzuteilen.

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